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Inland

Der Corona-Virus wird zur Belastungsprobe für die Moscheen in Deutschland.

Am Abend des 16.03.2020 hat die Bundesregierung bekanntgegeben, dass zur Eindämmung des Corona-Virus zahlreiche Maßnahmen beschlossen wurden, die das soziale Leben in Deutschland massiv beschneiden und die es in der Geschichte der Bundesrepublik bisher nicht gegeben hat.


Man kann sicherlich über Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen streiten. Wenn man sich die Gefahrensituation in anderen Ländern, insbesondere in Italien, ansieht, sind solche Vorsichtsmaßnahmen allerdings nachvollziehbar und zum Schutz älterer Menschen sicher auch angebracht. Insbesondere die vorübergehende Schließung von reinen Vergnügungsorten wie Kinos oder Schwimmbädern ist ein sehr geringer Preis, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten.

Doch sind natürlich nicht nur reine Spaßveranstaltungen hiervon betroffen, sondern auch wichtige religiöse Veranstaltungen, wie das wöchentliche Freitagsgebet oder sogar die normalen täglichen Gebete in der Moscheegemeinschaft. Insbesondere mit Hinblick auf den bevorstehenden Beginn des Ramadan in knapp einem Monat bereitet uns Muslimen dies natürlich berechtigte Sorgen.

Das vorübergehende Aussetzen der Freitags- und Gemeinschaftsgebete lässt sich jedoch auch theologisch begründen und absegnen. So hat der Prophet – SallAllahu Alayhi wa Sallam – selbst zahlreiche Maßnahmen bestimmt, um die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen oder zu verhindern. Auch bei starkem Regen sah er – SallAllahu Alayhi wa Sallam – von der Verrichtung des Gemeinschaftsgebetes ab und ließ seine Gefährten stattdessen zu Hause beten. Wenn bereits bei Regen so verfahren wird, stellt sich die Frage nach der Vorgehensweise bei einer solchen Pandemie erst gar nicht.

Doch obwohl ich all diese Sorgen und den Wunsch, sein spirituell geprägtes Leben möglichst unverändert weiterzuleben, ebenso empfinde und vollkommen nachvollziehen kann, gibt es für uns Muslime einen wichtigen Punkt, der uns größere Sorgen bereiten sollte und auf den wir daher ein besonderes Augenmerk richten sollten: die Sicherstellung der Finanzierung unserer Moscheen.

Wir wissen nicht, wie lange dieser Zustand anhalten wird. Ein paar Wochen mit Sicherheit, möglicherweise länger. Sicher ist jedoch, dass wir irgendwann wieder zur Normalität zurückkehren werden. Doch müssen wir jetzt schon dafür sorgen, dass unsere Nachlässigkeit diese Normalität nicht in ein böses Erwachen verwandelt.


Denn alle Moscheen in Deutschland haben laufende Kosten, wie die Miete oder die monatliche Abzahlungsrate bei Mietkauf etc. Hinzu kommen weitere regelmäßige Fixkosten in Form von Verträgen und Nebenkosten. Einige Moscheen haben sogar angestellte Imame oder Lehrer. All diese Kosten laufen weiter, jedoch sind die Haupteinnahmequellen der Moscheen durch Aussetzung des Freitagsgebetes und nun auch der allgemeinen täglichen Pflichtgebete auf nahezu null zusammengeschrumpft. Ein paar größere Moscheen mögen dies vielleicht überstehen, doch für die meisten anderen, insbesondere die kleineren, bedeutet dies den Bankrott.


So weit dürfen wir es jedoch nicht kommen lassen, sonst werden wir durch diese Krise viele unserer Moscheen verlieren. Wir rufen daher alle Muslime dazu auf, weiterhin für Moscheen zu spenden. Richtet Daueraufträge ein oder fragt eure Vorstände, wie ihr am besten spenden sollt. Am besten erhöht sogar noch eure gewöhnlichen Spenden, denn solche Aufrufe werden mit Sicherheit nicht jeden erreichen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass uns unsere Moscheen auch morgen noch erhalten bleiben. BarakAllahu feekum.

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